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Anlage HG ausfüllen: Wenn Verwandte mit im Haushalt wohnen

Wann die Anlage HG statt WEP gilt, warum nach Haushaltsgeld gefragt wird und wie die Verzweigung bei den Wohnkosten funktioniert — Abschnitt für Abschnitt erklärt.

Die Anlage HG gehört zum Antrag auf Grundsicherung (vormals Bürgergeld). HG steht für Haushaltsgemeinschaft. Du brauchst sie, wenn Verwandte oder Verschwägerte mit dir in einer Wohnung leben, ohne zu deiner Bedarfsgemeinschaft zu gehören — typischerweise Eltern, Großeltern oder Geschwister.

Das Formular ist mit zwei Seiten kurz, hat aber zwei Stellen, an denen viele hängenbleiben: die Frage nach finanzieller Unterstützung und die Verzweigung bei den Wohnkosten. Für jede verwandte Person füllst du ein eigenes Blatt aus.

Leg dir bereit, wer die Wohnung gemietet hat oder besitzt und wer monatlich wie viel zahlt. Genau darum dreht sich die zweite Seite.

Bedarfsgemeinschaft oder Haushaltsgemeinschaft?

Beides bedeutet, dass Menschen zusammen wohnen — rechtlich sind es aber zwei verschiedene Dinge, und davon hängt ab, welches Formular du brauchst.

Zur Bedarfsgemeinschaft gehören Partnerin oder Partner und die eigenen Kinder. Für sie wird gemeinsam gerechnet, und für jede Person ab 15 gibt es die Anlage WEP, für Kinder unter 15 die Anlage KI.

Eine Haushaltsgemeinschaft sind dagegen Verwandte, die zwar mit dir wohnen, aber nicht zur Bedarfsgemeinschaft zählen: deine Mutter, dein Bruder, deine Großeltern. Für sie gilt die Anlage HG — und ihr Einkommen wird nicht einfach mitgerechnet.

Wohnst du mit jemandem zusammen, der weder verwandt noch dein Partner ist — etwa in einer WG —, ist stattdessen die Anlage VE das richtige Formular.

Abschnitt B: zwei Personen und ein Verhältnis

Oben stehen deine Daten als antragstellende Person. Darunter trägst du die verwandte Person ein, um die es auf diesem Blatt geht.

Dann kommt eine Angabe, die leicht überlesen wird: Du sollst benennen, mit welcher Person deiner Bedarfsgemeinschaft diese Person verwandt ist — und zwar nur mit einer. Wohnst du mit Partnerin und Kind bei deiner Mutter, ist die Mutter mit dir verwandt, nicht mit deiner Partnerin. Dazu gehört das Verhältnis in Worten: „Mutter“, „Bruder“, „Schwiegervater“.

Frage 10: Bekommst du Geld von dieser Person?

Hier wird gefragt, ob du oder jemand aus deiner Bedarfsgemeinschaft finanzielle Unterstützung von der verwandten Person erhält, zum Beispiel Haushaltsgeld. Bei einem Ja folgen Name der unterstützten Person, Höhe in Euro und Zahlungsrhythmus.

Der Hintergrund: Bei Verwandten, die zusammen wohnen, geht das Gesetz zunächst davon aus, dass man sich gegenseitig unterstützt (§ 9 Absatz 5 Zweites Buch Sozialgesetzbuch). Deshalb steht diese Frage überhaupt im Formular. Was daraus für deinen Fall folgt, prüft das Jobcenter anhand deiner konkreten Angaben.

Wichtig ist die Abgrenzung: Gemeinsam wirtschaften und Unterstützung erhalten sind nicht dasselbe. Wer die Miete hälftig teilt und getrennt einkauft, wirtschaftet zwar zusammen, bekommt aber kein Geld. Gefragt ist hier nur, ob tatsächlich Geld oder Sachleistungen an dich fließen.

Wenn du unsicher bist, wie deine Situation einzuordnen ist, ist das eine Frage für eine Sozialberatung oder für dein Jobcenter — nicht für ein schnelles Kreuz.

Abschnitt C: die Wohnkosten-Verzweigung

Der zweite Teil wirkt länger, als er ist: Je nach Antwort überspringst du den Rest. Alles hängt an der ersten Frage — wer hat die Wohnung gemietet oder besitzt sie?

Die verwandte Person ist Mieterin oder Eigentümerin

Dann springst du direkt zu Frage 18: Wohnt deine Bedarfsgemeinschaft dort kostenlos? Wenn ja, ist der Abschnitt zu Ende.

Wenn nein, trägst du ein, wie viel ihr monatlich an die verwandte Person zahlt — und zusätzlich, was die gesamte Wohnung im Monat kostet, soweit du das weißt. Die zweite Zahl braucht das Jobcenter, um euren Anteil einordnen zu können.

Du bist Mieterin oder Eigentümer

Dann geht es bei Frage 16 weiter: Wohnt die verwandte Person kostenlos bei dir? Wenn ja, ist der Abschnitt beendet.

Wenn nein, trägst du ein, wie viel sie sich monatlich an den Unterkunftskosten beteiligt.

Zwei Stolperstellen

Ein Blatt für mehrere Verwandte

Wohnst du mit Mutter und Bruder zusammen, sind das zwei Anlagen HG. Auf einem Blatt geht nur eine Person.

Die falsche Anlage

Für Partnerin oder Partner und eigene Kinder ist nie die HG zuständig, sondern WEP oder KI. Wer das verwechselt, stellt seine Bedarfsgemeinschaft im Antrag falsch dar — und das betrifft die Berechnung unmittelbar.

Was AmtWerk ausfüllt — und was nicht

AmtWerk trägt die persönlichen Daten beider Personen und das Verwandtschaftsverhältnis automatisch in das Formular ein.

Die Angaben zu finanzieller Unterstützung und zu den Wohnkosten füllt AmtWerk bewusst nicht aus. Sie hängen an Beträgen und an einer Einordnung, die nur du kennst — und ein hier gesetztes Kreuz kann sich auf die Höhe deiner Leistung auswirken. Eine Angabe dieses Gewichts soll niemand aus einer ähnlich klingenden Frage abgeleitet bekommen; diese beiden Stellen trägst du selbst ein.

Den Bürgergeld-Antrag automatisch ausfüllen lassen

AmtWerk führt dich in einfacher Sprache durch den Hauptantrag und alle Anlagen, die für dich gelten — auf Deutsch, Türkisch, Ukrainisch, Russisch, Rumänisch, Englisch oder Arabisch — und trägt deine Antworten in die amtlichen Formulare ein.

Du kannst alle Fragen kostenlos durchgehen und deinen fertigen Antrag vorher ansehen. Bezahlt wird erst am Ende, direkt vor dem Download.

Stand: 26.08.2026

AmtWerk ist eine Ausfüllhilfe und keine Rechtsberatung. Ob eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt und wie sich das auf deine Leistung auswirkt, entscheidet allein das zuständige Jobcenter. Bitte prüfe alle Angaben vor dem Einreichen selbst.

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